DAX weiter im Plus: Inflationsdaten stützen den Markt


Marktbericht

Stand: 30.11.2022 16:20 Uhr

Die jüngsten Inflationsdaten aus der Eurozone heiterten den Markt zwar nicht auf, halfen aber, den DAX am Nachmittag auf Kurs zu halten. Die Wall Street startete gemischt.

Zehn Prozent Inflation – was in normalen Zeiten eine Schockwelle durch den Markt gejagt hätte, kam in diesem Krisenherbst an der Börse gut an. Denn erstmals seit Monaten sind die Inflationsraten in der Eurozone gesunken. Ökonomen erwarteten 10,4 Prozent. Obwohl sich die Begeisterung in Grenzen hielt, verzeichnete der DAX bis zum frühen Nachmittag ein leichtes Plus von 0,2 Prozent.

Der leichte Rückgang gegenüber früheren Rekordniveaus sollte für Währungsbeobachter bei der Europäischen Zentralbank (EZB) ein Argument für eine weniger dramatische Zinserhöhung bei der bevorstehenden Zinssitzung am 15. Dezember liefern.

Der US-Aktienmarkt ist unentschlossen

Die Börse in New York startete mit wenig Veränderung in den Tag. Leichte Rückgänge des Dow Jones wurden durch leichte Kursgewinne bei Technologietiteln kompensiert. Die heutigen Wirtschaftsdaten zeichnen ein gemischtes Bild. Obwohl die US-Wirtschaft im Sommerquartal mit 2,9 Prozent schneller gewachsen ist als erwartet, haben US-Unternehmen im November deutlich weniger Stellen geschaffen als erwartet. Unter dem Strich wurden nur 127.000 Stellen geschaffen, wie der Personaldienstleister ADP mitteilte.

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Neue Impulse erwarten die Anleger später am Abend auch von einer Rede des US-Notenbankchefs Jerome Powell, der weitere geldpolitische Schritte andeuten könnte. Um 20 Uhr erscheint dann das Beige Book, der Wirtschaftsbericht der Fed.

Wirtschaftsupdate vom 30.11.2022

Stefan Wolff, Personal, 30.11.2022 09:56 Uhr

Immer noch besorgt über China

Die Finanzmärkte werden weiterhin durch die Situation in China verunsichert. Aktuelle Umfragen zeigen, dass sich die Stimmung in der chinesischen Wirtschaft verschlechtert hat. Die Wirtschaftstätigkeit schrumpft angesichts der Corona-Rekordzahlen mit den jüngsten Schließungen und Protesten weiter.

Der Euro reagierte kaum auf Inflationsdaten

Die europäische Gemeinschaftswährung steigt wieder in Richtung 1,04 $. Auf den leichten Inflationsrückgang in der Eurozone reagierte der Euro kaum.

Die Ölpreise steigen

Am frühen Nachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) Nordseesorte Brent 85,48 US-Dollar. Das sind 1,6 Prozent mehr als gestern. Vor dem Treffen der Ölgewerkschaft OPEC+ am Sonntag sind am Ölmarkt nervöse Preisschwankungen zu beobachten. Mitgliedsländer des Ölkartells und andere wichtige Förderländer wie Russland sind in der OPEC+ organisiert.

Mercedes darf ohne Fahrer parken

Spitzenreiter im DAX ist nun die Mercedes-Benz Aktie, die mehr als drei Prozent zulegte. Ein vollautomatisiertes fahrerloses Parksystem, das der Konzern gemeinsam mit Bosch entwickelt hat, könnte in Serie gehen. Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) habe seine Zustimmung erteilt, teilte das Unternehmen heute mit. Es ist die weltweit erste Freigabe für den Serienbetrieb. Fahrerloses Parken wird zunächst nur im Parkhaus P6 am Flughafen Stuttgart zum Einsatz kommen. Parkplätze können per Smartphone-App gebucht, Autos an Vorfahren geliefert und zurückgebucht werden.

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Materialengpässe in der Automobilindustrie

Laut einer Unternehmensumfrage des ifo Instituts nimmt die Materialknappheit in der deutschen Industrie weiter ab. Insgesamt 59 Prozent der befragten Unternehmen gaben im November an, Engpässe zu verspüren – das ist der niedrigste Wert seit April 2021. Laut ifo verschärft sich das Problem der Materialknappheit in der Automobilindustrie weiter. Mehr als 83 Prozent der Unternehmen klagten über Schwierigkeiten, verglichen mit knapp 75 Prozent im Vormonat.

UBS findet den Telekommunikationssektor attraktiv

Die Schweizer Großbank UBS belässt das Rating der Deutschen Telekom auf „Kaufen“ mit einem Kursziel von 26,40 Euro. Analyst Polo Tang schrieb in einer aktuellen Studie, Deutschland sei ein guter Markt für die Telekommunikationsbranche, aber mit gewissen Herausforderungen. Sein Favorit ist die Deutsche Telekom.

Uniper steht am LNG-Terminal bereit

Der Energiekonzern Uniper will noch in diesem Jahr ein schwimmendes Flüssigerdgas-Terminal in Wilhelmshaven in Betrieb nehmen. Nur schlechtes Wetter könne den Plan zunichte machen, sagte Vorstandsvorsitzender Klaus-Dieter Maubach heute. Verflüssigtes Erdgas (LNG) spielt eine wichtige Rolle bei den Bemühungen der Bundesregierung, Gaslieferungen aus Russland zu ersetzen. Die US-Energiekonzerne ConocoPhillips und QatarEnergy haben gestern einen Vertrag zur Lieferung von LNG nach Deutschland unterzeichnet.

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Fluggastzahlen helfen Fraport

Aktien des Flughafenbetreibers Fraport notierten im MDAX mit Kursgewinnen. Die Zahl der Flugreisenden in Deutschland hat sich im Sommerflugplan aufgrund nachlassender Corona-Ängste mehr als verdoppelt. Von April bis Oktober stieg die Zahl der Fluggäste im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 108,7 Prozent auf rund 59,0 Millionen, wie das Statistische Bundesamt mitteilt. Auch der Inlandsflugverkehr legte um 84,2 Prozent auf 4,46 Millionen Passagiere zu, jedoch weniger als der internationale Verkehr.

Weitere Verluste bei SAS

Die insolvente skandinavische Fluggesellschaft SAS baute ihre Verluste im vierten Quartal aus. Der Verlust vor Steuern stieg auf 1,7 Milliarden Schwedische Kronen (155,36 Millionen Euro) nach minus 945 Millionen im Vorjahr. Laut SAS beabsichtigt man, das Insolvenzverfahren in der zweiten Jahreshälfte 2023 abzuschließen. Zudem könne die Umsetzung „zu zusätzlichen Gerichtsverfahren in anderen Jurisdiktionen als den Vereinigten Staaten führen“. Aus diesem Grund „gibt es keine Garantie dafür, dass die Aktionäre von SAS AB eine Entschädigung erhalten“.

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